Als die Demokratie laufen lernte

Wie gelingt demokratischer Neubeginn nach Krieg, Diktatur und Zerstörung? Mit dieser spannenden Frage beschäftigt sich der Dürener Historiker Stefan Rubel in seinem Vortrag „Zwischen Tradition und Neuanfang – Begründung des Parteiensystems im Kreis Düren von 1945 bis 1949“, zu dem der Dürener Geschichtsverein (DGV) am Montag, 15. Juni, um 18 Uhr ins Haus der Stadt (Foyer) einlädt.

Nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft stand Deutschland 1945 nicht nur vor materiellen Trümmern. Auch politisch und gesellschaftlich musste vieles vollkommen neu aufgebaut werden. Die Menschen mussten Demokratie wieder lernen – Parteien gründen, diskutieren, kandidieren, wählen und Verantwortung übernehmen. Gerade in dieser außergewöhnlichen Umbruchzeit entstanden auch in Düren neue politische Strukturen.

Stefan Rubel zeichnet nach, wie sich CDU, SPD und KPD im Kreis Düren nach dem Krieg formierten und welche Ideen, Hoffnungen und Konflikte den politischen Neubeginn prägten.

Im Mittelpunkt stehen die ersten Jahre zwischen 1945 und 1949 – eine Phase, in der sich entschied, wie Demokratie vor Ort künftig funktionieren sollte. Der Vortrag beleuchtet die ersten freien Kommunalwahlen, Wahlkämpfe, Kandidaten und politische Programme ebenso wie die Frage, warum die CDU früh zur stärksten Kraft in Düren wurde.

Dabei ordnet Rubel die Ereignisse in Düren stets in die größeren Entwicklungen der Nachkriegszeit ein. War 1945 wirklich eine „Stunde Null“? Oder wirkten alte politische Denkweisen und Strukturen weiter?

Grundlage des Vortrags ist die Masterarbeit von Stefan Rubel an der Universität Bonn. Bereits 2024 veröffentlichte der Dürener Geschichtsverein das Buch „Die Dürener SA im Schlaglicht der Reichsgeschichte“, das auf Rubels Bachelorarbeit basiert. Passend zum aktuellen Vortrag am Montag, 15. Juni, erscheint nun auch eine neue Publikation des DGV zur Geschichte der Parteiengründungen im Nachkriegs-Düren.

Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Bildunterschrift: 1948 in den Dürener Metallwerken: Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer neben den Dürener CDU-Kommunalpolitikern Josef Hilgers (Landrat 1948-1954) und Armin Renker (Landrat von 1946-1948 / von links). Foto: Stadt- und Kreisarchiv

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