Tag-Archiv: Ingo Latotzki

Albert Trostorf – „The Monuments Men“ – Auf den Spuren der Kulturgutschützer in unserer Region

Februar 1945: Am Schloss Merode stehen zwei amerikanische Offiziere. Hinter ihnen liegen Monate des Krieges, vor ihnen eine Region, die von schweren Zerstörungen geprägt ist. Doch ihr Auftrag ist ein anderer: Sie sollen bewahren, was von Europas kulturellem Erbe noch erhalten ist.

Wer waren diese Männer? Was genau war ihre Aufgabe – und welche Spuren haben sie in unserer Region hinterlassen?

Diesen Fragen widmet sich ein Vortrag von Albert Trostorf, zu dem die VHS Rur-Eifel in Kooperation mit dem Dürener Geschichtsverein am Mittwoch, 7. Oktober, einlädt.

Die sogenannten „Monuments Men“ waren Angehörige einer von der US-Regierung eingesetzten Kommission zum Schutz und zur Sicherung künstlerischer und historischer Denkmäler in den europäischen Kriegsgebieten.

Ihre Aufgabe bestand darin, historisch und kulturell bedeutende Gebäude zu erfassen, Kriegsschäden zu dokumentieren und zu bewerten sowie Kulturgüter vor Plünderung und weiteren Beschädigungen zu schützen. Dazu gehörten unter anderem Kirchen, Klöster, Museen, Burgen und Schlösser.

Anfang 1945 kamen die „Monuments Men“ auch in unsere Region. Zwischen Aachen, Jülich und Düren dokumentierten sie die Kriegsschäden und den Zustand zahlreicher kulturhistorisch bedeutender Gebäude. Ihre Arbeit hielten sie in zahlreichen Fotografien fest.

Einige dieser Aufnahmen werden von Albert Trostorf in seinem Vortrag erstmals gezeigt. Sie ermöglichen einen besonderen Blick auf die letzten Kriegsmonate und die unmittelbare Nachkriegszeit in unserer Region.

Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit, Fragen zu stellen und über die vorgestellten historischen Ereignisse und Fotografien zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Dürener Geschichtsverein e. V. statt.

Anmeldung

Anmeldungen sind schriftlich per Anmeldekarte oder online über die VHS Rur-Eifel möglich:

www.vhs-rur-eifel.de

Für Fragen steht die VHS Rur-Eifel unter 02421 25-2577 oder per E-Mail an vhs-rur-eifel@dueren.de zur Verfügung.

Fotoquelle: National Archives and Records Administration, College Park, Maryland, USA.

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Als die Demokratie laufen lernte

Wie gelingt demokratischer Neubeginn nach Krieg, Diktatur und Zerstörung? Mit dieser spannenden Frage beschäftigt sich der Dürener Historiker Stefan Rubel in seinem Vortrag „Zwischen Tradition und Neuanfang – Begründung des Parteiensystems im Kreis Düren von 1945 bis 1949“, zu dem der Dürener Geschichtsverein (DGV) am Montag, 15. Juni, um 18 Uhr ins Haus der Stadt (Foyer) einlädt.

1948 in den Dürener Metallwerken: Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer neben den Dürener CDU-Kommunalpolitikern Josef Hilgers (Landrat 1948-1954) und Armin Renker (Landrat von 1946-1948 / von links). Foto: Stadt- und Kreisarchiv

Nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft stand Deutschland 1945 nicht nur vor materiellen Trümmern. Auch politisch und gesellschaftlich musste vieles vollkommen neu aufgebaut werden. Die Menschen mussten Demokratie wieder lernen – Parteien gründen, diskutieren, kandidieren, wählen und Verantwortung übernehmen. Gerade in dieser außergewöhnlichen Umbruchzeit entstanden auch in Düren neue politische Strukturen.

Stefan Rubel zeichnet nach, wie sich CDU, SPD und KPD im Kreis Düren nach dem Krieg formierten und welche Ideen, Hoffnungen und Konflikte den politischen Neubeginn prägten.

Im Mittelpunkt stehen die ersten Jahre zwischen 1945 und 1949 – eine Phase, in der sich entschied, wie Demokratie vor Ort künftig funktionieren sollte. Der Vortrag beleuchtet die ersten freien Kommunalwahlen, Wahlkämpfe, Kandidaten und politische Programme ebenso wie die Frage, warum die CDU früh zur stärksten Kraft in Düren wurde.

Dabei ordnet Rubel die Ereignisse in Düren stets in die größeren Entwicklungen der Nachkriegszeit ein. War 1945 wirklich eine „Stunde Null“? Oder wirkten alte politische Denkweisen und Strukturen weiter?

Grundlage des Vortrags ist die Masterarbeit von Stefan Rubel an der Universität Bonn. Bereits 2024 veröffentlichte der Dürener Geschichtsverein das Buch „Die Dürener SA im Schlaglicht der Reichsgeschichte“, das auf Rubels Bachelorarbeit basiert. Passend zum aktuellen Vortrag am Montag, 15. Juni, erscheint nun auch eine neue Publikation des DGV zur Geschichte der Parteiengründungen im Nachkriegs-Düren.

Bildunterschrift:

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